Auswirkungen des Projekts „IKEA“ insgesamt

Ich bezweifle, dass eine Ansiedlung von IKEA tatsächlich so heilsbringend für Memmingen sein wird, wie es in der letzten Zeit dargestellt wurde:


Auswirkungen auf Möbel Wassermann

Ich glaube nicht, dass sich eine besonders große Zahl von Kunden aus dem unmittelbar an die Autobahnen angeschlossenen IKEA-Areal auf den Weg zum nicht ganz so einfach zu erreichenden Möbelhaus Wassermann machen wird.
Ich befürchte eher, dass Möbel Wassermann spürbar Anteile an IKEA verlieren wird.


Probleme bei der Verkehrsanbindung

Baumaßnahmen zur Entschärfung der Verkehrssituation am Autobahnkreuz werden voraussichtlich erst in einigen Jahren fertiggestellt sein.

Hierzu sei der Beitrag eines Bürgers im „IKEA Bürgerforum“ (Quelle 4) zitiert:

Ernst Jena
17. März 2016
Thema “optimale Verkehrsanbindung”:

Nachdem nun bekannt ist, dass mit einem dreispurigen Ausbau der A7 vor 2030 nicht zu rechnen ist wird also der regelmäßige Stau am Memminger Kreuz, wahrscheinlich noch verstärkt, bis dahin stattfinden. IKEA rechnet nun damit, dass ein Großteil der Kunden über die Autobahnen A7 und A96 kommt. Aber diese sind ja auch nicht dumm und werden den staufreiesten Weg wählen: Bei den letzten Ausfahrten wird die Autobahn verlassen und IKEA über die Bundes- und Landesstrassen und dann über das Stadtgebiet angesteuert.
Die Autofahrer aus der näheren Region nutzen heute schon kaum die Autobahnen um in die Stadt kommen. Was das für die Memminger Einwohner bedeutet, bekommen wir schon heute zu spüren, wenn beim vollen Autobahnkreuz zahlreiche Urlauber mit Navihilfe die städtischen Durchgangsstraßen verstopfen! Die Lärm- und Schadstoff-betroffenen Anwohner können ein Lied davon singen. Nur dieses Thema interessiert IKEA natürlich nicht; das ist das Problem der Stadt Memmingen. Und die dafür Verantwortlichen haben hier im Vorfeld schon total versagt, indem sie den “Standort im Flaschenhals” so unterstützt haben!


Steuereinnahmen und Steuerausfälle

Mehrere Quellen berichten übereinstimmend, dass IKEA es versteht, unter Nutzung seiner internationalen Konzernstruktur die zu zahlenden Steuern in den Ländern, in denen die Möbelmärkte stehen, zu reduzieren.
Es erscheint möglich, dass auch die Besteuerung der durch das „Fachmarktzentrum“ von IKEA erzielten Erträge effektiv geringer ausfällt als sie bei heimischen Unternehmen ausfiele.


Steuervermeidung durch IKEA

siehe hierzu den Bericht „Steueroasen-Hopping mit Ikea“ der Süddeutschen Zeitung (14.11.2014; Webseite)
(Untertitel: „Wie es Ikea schaffte, bei Milliarden-Gewinnen in einem Jahr nur knapp 50.000 Euro Steuern zu zahlen.“)


Gefahr, dass das „Fachmarktzentrum“ später an Spekulanten verkauft wird

IKEA hat 25 europäische „Fachmarktzentren“ an Investoren verkauft. Internetquellen dazu sind nachstehend genannt.

Sollte das auch in Memmingen geschehen, wäre der Einfluss der Kommunalpolitik auf die Geschäftspolitik der dann folgenden Immobilieninhaber nochmals geringer.

38 Einzelhändler und Immobilienbesitzer aus der Memminger Innenstadt schreiben in ihrem Brief an die Stadträte vom 30. September 2016: „Wir bitten Sie in aller Eindringlichkeit, die weitere Entwicklung unserer schönen, lebendigen und traditionsverbundenen Stadt nicht in die Hände von ertragsorientierten Immobilienentwicklern zu geben, die vermutlich in zehn Jahren das Fachmarktzentrum äußerst gewinnbringend veräußern werden, wie es gerade bundesweit in anderen Städten geplant ist.“


25 europäische „Fachmarktzentren“ von IKEA an einen Immobilienfonds verkauft

siehe folgende Quellen:

Ikea verkauft Gewerbeparks für eine Milliarde an Gleiss-Mandantin (10.03.2017)

Pradera kauft 25 Fachmarktzentren von IKEA Centres (17.03.2017)

25 Fachmarktzentren wechseln den Besitzer (10.03.2017)

Pra­dera erwirbt Immo­bi­li­en von Ikea Cen­tres (10.03.2017)