Die geänderten IKEA-Pläne sind eine Mogelpackung!

Mitte Dezember 2016 wurden geänderte Pläne für die Bebauung des IKEA-Areals der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die IKEA-Vertreter werben damit, sie hätten die Fläche des sogenannten „Fachmarktzentrums“ von 31.000 Quadratmeter auf 22.000 Quadratmeter, also um etwa ein Drittel reduziert.

Das hört sich zunächst nach einer erheblichen Verkleinerung und einem echten Entgegenkommen gegenüber dem bestehenden Memminger Einzelhandel an.


Der Eindruck ändert sich allerdings, wenn man genauer hinsieht:

Von der vorgenommenen Verkleinerung entfallen knapp 9.000 Quadratmeter oder drei Viertel darauf, dass ein zunächst geplanter zweiter Möbelmarkt zusätzlich zu IKEA nicht gebaut wird.

Gleichzeitig genehmigt sich IKEA eine Vergrößerung der Fläche des Baumarkts von 6.000 Quadratmeter auf 9.000 Quadratmeter.

Abgesehen vom Verzicht auf den Möbelmarkt wird deshalb die vorgesehene Fläche des „Fachmarktzentrums“ nur 90 Quadratmeter kleiner.


Die Fläche für Textilien wurde von 3.500 Quadratmeter auf knapp 1.800 Quadratmeter halbiert. Eine Reduzierung dieser Fläche hatte bereits das von IKEA selbst beauftragte Gutachten zur ursprünglichen Planung gefordert.
Im Sport-Fachmarkt sind nach der neuen Planung etwa 1.000 Quadratmeter für Sportbekleidung, Sportschuhe und kleinteilige Sportartikel und 500 Quadratmeter für Fahrräder vorgesehen.


Gleichzeitig wurden 550 Quadratmeter für innenstadtrelevante Sortimente, die im nun nicht realisierten Möbelmarkt vorgesehen waren, auf das IKEA-Einrichtungshaus übertragen.
Dort dürfen nun also auf 550 Quadratmetern mehr Waren in Konkurrenz zur Innenstadt verkauft werden.


Präsentation der geänderten Pläne: Eine durchgeplante PR-Aktion

Nachdem IKEA die geänderten Planungen auf einer Veranstaltung in der Memminger Stadthalle Mitte Dezember 2016 erstmals im Detail der Öffentlichkeit vorgestellt hatte, erschienen in der Lokalpresse Berichte mit Überschriften wie „IKEA will ein guter Nachbar werden“, „Für die Innenstadt verträglich“ oder „Wir ordnen uns der Innenstadt unter“.
Einige Zeit zuvor wurden die geänderten Pläne in der Memminger Zeitung bereits als „tragfähiger Kompromiss“ beworben. Nur: Dies war einzig und allein eine Einschätzung der IKEA-Vertreter.


Durch diese durchgeplante PR-Aktion versucht IKEA den nicht näher informierten Leserinnen und Lesern den Eindruck zu vermitteln, es habe seine Planungen ernsthaft verändert und sei dem örtlichen Einzelhandel substanziell entgegengekommen.
Damit soll eine Zustimmung zu den „geänderten“ Plänen erreicht werden und die berechtigte und dringend nötige Forderung seitens der Kommunalpolitik, auf die für die Innenstadt und den bestehenden Fahrradfachhandel schädlichen Sortimente vollständig zu verzichten, soll abgewendet werden.


Aufschlussreich: Bereits am 18. August 2016 übermittelte IKEA die geänderte Planung der Regierung von Schwaben im Rahmen des Raumordnungsverfahrens.
Doch erst Ende Oktober präsentierte IKEA die angeblich „neuen“ Pläne nichtöffentlich dem Memminger Stadtrat, anschließend wurden einzelne Angaben in der Presse wiedergegeben. Erst Mitte Dezember wurden die Pläne im Detail veröffentlicht und ins Internet gestellt.